nachrichten-online.co.uk

Die Ära Quelle geht zu Ende

Dezember 21st, 2009 · No Comments

Quelle war ein Name, eine Marke. Quelle war in unzähligen Haushalten daheim, der Katalog gehörte zu der beliebtesten Lektüre deutscher Hausfrauen. Sammelbestellungen, Weihnachtseinkäufe: Jeder freute sich, wenn wieder einmal ein typisches blaues Päckchen mit der Post ins Haus kam. Da wurde anprobiert und aufgebaut, Waschmaschinen wurden angeschlossen, Musikinstrumente gelernt. Es gab nichts, was es nicht gab. War man finanziell etwas klamm, war eine Ratenzahlung in kleinen Summen überhaupt kein Problem und auch eine Zahlungspause von drei Monaten konnte man bei positiver Schufa Auskunft in Anspruch nehmen. Viele gingen davon aus, dass diese Ära niemals zu Ende gehen würde können. Dann aber verkündeten die Medien die Hiobsbotschaft: Dem Konzern ging es mehr als nur schlecht.

Man hatte den Anschluss an die Moderne verpasst. Jedes Unternehmen bemühte sich, auch seine Internetpräsenz zu forcieren. Vielen Kunden wurde es zu unbequem, über den Katalog zu bestellen. Es kam, wie es kommen musste: Die Umsätze gingen zurück, der Konkurs war nicht mehr aufzuhalten. Die Wirtschaftskrise tat ein Übriges. Nun stehen viele Angestellte ohne Arbeit da, verzweifelt und teils auch ohne große Zukunftsperspektiven, wie es ab einem gewissen Alter nun einmal ist. Auch die staatliche Subvention von 50 Millionen Euro und die Suche nach Käufern oder Investoren halfen nicht weiter. Mittlerweile ist auch der Ausverkauf so gut wie erledigt, das definitive Ende ist nicht mehr zu vermeiden. Eine Ära, eine Institution im Leben vieler Menschen in Deutschland wird zu Grabe getragen. Am Grab singt der Chor der Kunden, die Quelle vermissen werden. Und viele tausend Menschen weinen um die Arbeit, die sie verloren haben.