An die neun Millionen Euro Schaden entstand dem deutschen Staat durch einen massiven Kindergeld Betrug in NRW. Dabei erkannten einige Paare, dass es ihnen zum Vorteil gereichen könnte, wenn sie bei beiden Kindergeldkassen, die es in Deutschland gibt, ihre Kinder angeben. So machten einige Betrüger aus zwei Kindern einfach vier, indem sie sie bei der Familienkasse beim Arbeitsamt und bei der, die für den öffentlichen Dienst zuständig ist, anmeldeten. Die Zahlung erfolgte tatsächlich zunächst doppelt. Wie es aber nicht anders kommen konnte, flog der Kindergeld Betrug sehr schnell auf. Nun müssen die Betrüger nicht nur das Kindergeld zurück bezahlen. Sie haben auch mit einer Betrugsanzeige zu rechnen. Den Staat um sein Geld zu prellen ist eine Sache, die auf Dauer nicht funktionieren kann. Eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Familienkassen ist erforderlich, denn nur durch die mangelnde Kommunikation hatten die Paare die Möglichkeit, die zu Unrecht erhaltenen Kindergeld Zahlungen zu kassieren. Wäre hier gleich ein einheitliches System, könnte das gar nicht passieren. Selbst in einem Verwaltungsstaat wie der Bundesrepublik gibt es also Lücken, die den Bürgern zu Betrügereien Anlass geben.
Gerade im öffentlichen Dienst dürfte ein solches Verhalten aber auch noch andere Konsequenzen nach sich ziehen. So, wie man sich als Finanzbeamter wohl nicht beim Schmuggeln von billigeren Auslandszigaretten erwischen lassen sollte, hat es wohl auch nicht nur rechtliche, sondern auch berufliche Folgen, wenn man beim Kindergeld Betrug erwischt wird. Der ohnehin bis über die Ohren verschuldete Staat wird ein solches Verhalten nicht tolerieren. Die Erhöhung des Kindergeldes wird übrigens von vielen Familien sehnlich erwartet, von vielen anderen jedoch heftig kritisiert.
