Das Wort Kurzarbeit ist im Moment in aller Munde. Viele Arbeitnehmer sind davon betroffen oder die Veränderung steht wie ein Damokles Schwert über ihnen. Kurzarbeit bedeutet zunächst einmal, dass die reguläre Arbeitszeit gekürzt wird oder man in bestimmten Zeiten gar nicht am Arbeitsplatz erscheinen muss. Das Geld, das man als Arbeitnehmer hier verliert, bekommt man zu gewissen Teilen vom Staat zurück. So kann ein Unternehmen zunächst einmal eine gewisse Zeit überbrücken, ohne besonders viele Kündigungen aussprechen zu müssen, wenn die Lage auf dem Markt schwierig ist. Durch die Finanzkrise gewinnt die Kurzarbeit in vielen Branchen, wie zum Beispiel im Maschinenbau, immer mehr an Bedeutung. Dennoch ist sie eine Möglichkeit, die Arbeitsplätze zunächst einmal zu schützen.
Die Kurzarbeit ist auf ein halbes Jahr festgelegt. Es gibt Ausnahmesituationen, in denen sie bis auf eine Dauer von zwei Jahren ausgeweitet werden kann. Sind die zu leistenden Stunden in der alten Firma sehr zurückgesetzt worden, kann das Arbeitsamt ein so genanntes Zweitarbeitsverhältnis anordnen. Das bedeutet, der Arbeitnehmer, der sicher von der Kurzarbeit betroffen ist, muss eine zweite Stelle annehmen, durch die er einen Teil der Lohnkosten, die ja nun vom Staat ersetzt werden, herein arbeiten kann beziehungsweise muss. So könnte man zum Beispiel als zweiten Arbeitsplatz eine Detektei zugeteilt bekommen, in der man sich bewerben muss, falls man qualifiziert genug ist. Eine andere Maßnahme der Arbeitsagentur ist es, die Arbeitnehmer zu einer Fortbildungsmaßnahme zu bringen, wobei die Arbeitszeit im Betrieb auf Null gesetzt wird. Der Arbeitnehmer bekommt sein Gehalt zu maximal 67 Prozent weiter bezahlt, geht aber auf eine Fortbildung, die seinem weiteren Weg zu Gute kommt. Jemand, der zuerst im normalen Maschinenbau angestellt war, kann sich so als Facharbeiter für den Sondermaschinenbau ausbilden lassen. Auch ein Hilfsarbeiter, zum Beispiel in einer Fabrik, kann auf diese Weise eine Möglichkeit erhalten, eine Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer machen zu können.
Viele Firmen in der heutigen Zeit sind von der Kurzarbeit betroffen. Es mag einige Konsequenzen haben, wenn plötzlich bis zu 30 Prozent vom Nettolohn fehlen, vor allem dann, wenn man Verpflichtungen, wie die Raten für einen Hausbau, zu bedienen hat. Dennoch ist es besser, die Kurzarbeit in Kauf zu nehmen, als sofort arbeitslos zu werden. Die Phase der Kurzarbeit ist eine Chance, sich woanders zu bewerben, ohne bereits in den Kreislauf der Arbeitslosigkeit zu geraten. Nähere Informationen zum Thema Kurzarbeit, zu den Leistungen und Bedingungen für ein Zweitarbeitsverhältnis bekommt man bei der Arbeitsagentur.
