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Haiti: Trauer statt Traumurlaub

Januar 16th, 2010 · No Comments

Die Medien haben zur Zeit nur ein Thema: Das Erdbeben in Haiti. Mittlerweile ist von einer unglaublichen Zahl von bis zu 200.000 Toten die Rede. Die Bilder, die die hiesige Welt aus dem Katastrophengebiet empfängt, zeugen von Elend und Leid. Die ohnehin arme Region wurde so sehr zerstört, dass selbst bei hartgesottenen TV Zuschauern Sprachlosigkeit und Mitgefühl ausgelöst werden.

Die Hilfemaßnahmen sind angelaufen. Mit voller Kraft helfen die reichen Nationen, natürlich auch Deutschland. Dennoch scheint es in Haiti selbst Probleme zu geben, die Hilfe auch zu koordinieren. Obwohl Helfer mit Lebensmitteln, Wasseraufbereitungsanlagen und Medikamenten schon längst in Port-au-Prince angekommen sind, scheint auf den Straßen das Elend nicht weniger zu werden. Akute Seuchengefahr besteht für Kinder und Verletzte, aber auch für jene, die das Erdbeben unbeschadet überlebt haben. Die ärztliche Versorgung ist unter jedem menschlichen Niveau: Die Verletzten, zum Teil in desaströsem Zustand, liegen auf dem Fußboden, mehr schlecht, als recht versorgt.

Noch schlimmer ist die Tatsache, dass Leichen immer noch unter den Trümmern liegen. Das schwere Gerät, das zum Bergen der Leichen benötigt würde, fehlt. Die Menschen graben mit den Händen nach den wenigen noch lebenden Verletzten und den Toten. Die Leichen liegen am Straßenrand, es riecht nach Verwesung. Die Menschen in Haiti, die alles verloren haben, sind nun noch den Bildern des Grauens ausgesetzt. Spenden helfen in jeder Lage. Jeder, der auch nur Centbeträge übrig hat, sollte helfen, natürlich nur bei den offiziellen Stellen, die die Sach- und Geldspenden auch dorthin bringen, wo sie gebraucht werden. Nach Haiti, wo zur Zeit die Trauer alles beherrscht, was sonst als Urlaubsparadies bekannt ist.